Heinz Picard

Heinz Picard


Vita

Heinz Picard, 1937 geboren in Frick, 1957 Matura am Kollegium St. Fidelis in Stans. Studien an den Universitäten Zürich und Lausanne. Hauptlehrer für Deutsch und Französisch an der Bezirksschule Frick. Schulinspektor. Schulrat. Mitarbeit beim Radio Basel, Kommission für Schulfunk. Verfasser von Schulfunksendungen.


Buchpublikationen

1984 Pädalogik Paedalogik (vergriffen)
1987 Im Himmel und auf Erden Im Himmel und auf Erden (vergriffen)
2010 Willkommen in Dingsda Willkommen in Dingsda Bestellen
2012 Das Tor von Dingsda Das Tor von Dingsda Bestellen
2014 Erinnerungen an Dingsda Erinnerungen an Dingsda Bestellen

Pädalogik

Die ersten Texte schrieb ich im August 1979 für das Schulbatt, eine Lehrerzeitung, die alle 14 Tage in den Kantonen Aargau und Solothurn erschien. 1984 konnte ich die Sammlung unter dem Titel Pädalogik in Buchform publizieren. Es handelte sich um Satiren über die Schule, mit wechselnder Optik. So entstanden die Kapitel Was Schüler bewegt, was die Lehrer, Eltern, Inspektoren und die Schulpflege.

Der Schweizer Feuilleton-Dienst kommentierte das Buch wie folgt (Ausschnitt): Endlich ein heiteres Buch, das auch Tiefsinniges nicht tierisch ernst nimmt. Sein Lachen ist weder hämisch noch oberflächlich, sondern ein in Helvetiens Gauen seltenes Mittel, Kritik zu üben, ohne es an mitmenschlichem Verständnis fehlen zu lassen. Auf freundliche Weise öffnet der Autor den Menschen die Augen für so Unsinniges wie beispielsweise die im Arbeitsblatt Konflikte bewältigen konstruierte Frage 2: Mord ist eine spezielle Form zwischenmenschlicher Beziehungen. Kennt ihr andere (mindestens drei!) Formen? – Dank manchen grotesken Übertreibungen nimmt Picard seinen Anwürfen die Schärfe, ohne deren Gehalt zu beeinträchtigen …


Im Himmel und auf Erden

1987 erschien Im Himmel und auf Erden. Dahinter stand das Bedürfnis, Geschichten zu erzählen, die über die beruflich bedingte thematische Einschränkung hinausgingen. Es entstanden unterschiedliche Texte. Die einen haben leichte, luftige, fast märchenhafte Züge, andere berichten von der Bühne des Lebens und deren Einbruchstellen.

Der schweizerische Beobachter urteilt so:
Ein neuer Satiriker. Heinz Picard gehört zu den wenigen Schriftstellern in unserem Land, die sich auf die Satire, die ironisch-doppelbödige Erzählung verstehen. Die 17 Kurzgeschichten, die er in seinem neuen schmalen Buch zusammengefügt hat, schlagen oft irreale Purzelbäume, offenbaren aber über das Schmunzeln hinaus, das sie beim Leser auslösen, einen hintergründigen Sinn. Die Texte lassen vielerlei Deutungen zu. Geschichten, die zum Darüber-Reden anregen also. Was könnte Besseres geschehen?


Dingsda

Ein dritter Schwerpunkt erprobt die Faszination des DINGSDA. Der Begriff meint eine Kommunikationspanne, eine Form der Hilflosigkeit. Die Sammlung spannt den Bogen von Heiterkeit zum bitteren Ernst. Sprachlosigkeit vermischt sich mit Träumen und Visionen. Die Grenze zwischen Realität und Traum wird dünn und dünner, bis sie sich auflöst. Es sind die Bände Willkommen in Dingsda, Das Tor von Dingsda und Erinnerungen an Dingsda.

Dazu der Pressetext von BOD:
Picards Helden agieren zwischen heiter-komischen und ernsten Situationen des Alltags. Mit Ironie und einer Prise Respektlosigkeit betrachtet der Erzähler die eigenen Defizite oder jene seiner Mitstreiter. Die Geschichten beginnen gerne heiter-harmlos und überraschen mit Wendungen, die es in sich haben. Höflichen Dialogen mischt sich eine gnadenlose oder gar bissige Note bei, und die Geschichte endet ganz anders als erwartet. Der Autor lässt den Leser teilhaben an den Irrungen und Wirrungen seiner Figuren in der Gegenwart und Vergangenheit. Er schildert sie mit einem Augenzwinkern, aber ohne sie zu entblössen. Und jeder Tag bietet wieder die Möglichkeit, die Zumutungen des Alltags nicht einfach hinzunehmen.

Aargauer Zeitung zu Erinnerungen an Dingsda:
Eine der bewegendsten Erzählungen ist zugleich die kürzeste, jene über Isabelle, das kleine Mädchen, das kurz nach der Geburt starb. Wir treten ganz nahe. Isabelle trägt ein weisses, gestricktes Jäckchen, das fein modellierte Gesicht ist zart rosa, die Haut fühlt sich weich und warm an, ein leiser Protest gegen den frühen Tod.

Stille Worte, mit grossem Respekt verfasst. Vor dem Leben, vor dem Tod.

Dieses Wissen um den richtigen Ton, dieses An-die-Grenze-Gehen, aber nicht darüber hinaus, das humorvolle Zuspitzen in andern Texten, aber nicht Überspitzen – genau das ist das Momentum, welches das Buch so besonders macht. Als Leser setzt man sich in den Fauteuil – und bekommt grosses Wortkino vorgesetzt. Film ab.